CAPNETZ wird europäisch

CAPNETZ wird europäisch. Bereits heute verfügt CAPNETZ über Partner in Österreich, der Schweiz, Dänemark und den Niederlanden. CAPNETZ-Studienzentren befinden sich somit nicht nur in Deutschland, sondern auch in Wien, Basel, Hillerød und Maastricht.

Möglich wurde diese ‚Europäisierung‘ der CAP-Forschung erst durch die Schaffung einer entsprechenden organisatorischen Infrastruktur. So wurde zum Beispiel eine internetbasierte Kommunikationsplattform etabliert, die ein professionelles Studienmanagement, eine zentrale Datenarchivierung und einen effektiven Informationsaustausch zwischen den CAPNETZ-Partnern ermöglicht. Weitere Eckpfeiler der CAPNETZ-Infrastruktur sind die in der Biobank Hannover zusammengefasste Sammlung diagnostischer Proben sowie die CAPNETZ-Geschäftsstelle als zentrale Dienstleistungseinheit. Diese Infrastruktur ermöglichte es CAPNETZ, eine Datenbank von mehr als 10.000 rekrutierte Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie aufzubauen (Stand 2012).

Die Europäisierung der CAP-Forschung soll nun intensiviert werden – mit dem Aufbau des europäischen CAPNETZ plant CAPNETZ einen weiteren wichtigen Schritt. Das Ziel: Schaffung eines europaweiten Netzwerks, in dem sich Kliniken und mikrobiologische Labore aus mindestens zehn Ländern an der Sammlung von CAP-Daten und Proben und ihrer Archivierung in einer zentralen Daten- und Biobank beteiligen. Neben demografischen und klinischen Daten wird diese Sammlung alle Details zu den gesammelten diagnostischen Proben enthalten (z. B. Blut, Sputum, Urin, Nasopharyngealabstrich, DNA) sowie Informationen zur mikrobiellen Diagnostik und Erregerepidemiologie. Weiterhin soll mit dem europäischen CAPNETZ eine Struktur geschaffen werden, die den reibungslosen Informationsaustausch zwischen Forschung, Therapie und Diagnostik einerseits und zwischen Klinik, Allgemeinarzt und Öffentlichkeit andererseits gewährleistet – und das europaweit.
Gemeinsame Forschungs- und Weiterbildungsprogramme könnten ferner dazu beitragen, neue länderübergreifende Standards in der CAP-Diagnostik und Therapie zu definieren.Die etablierte CAPNETZ-Infrastruktur bietet für dieses Vorhaben die notwendigen organisatorischen Voraussetzungen.

In Zukunft können so europaweit nicht nur Daten erhoben und analysiert werden, sondern auch länderübergreifende multizentrische Studien geplant und durchgeführt werden. Auch die verstärkte Zusammenarbeit mit industriellen Partnern aus ganz Europa könnte beitragen, die Entwicklung neuer diagnostischer Verfahren (z. B. Biomarker) und therapeutischer Ansätze zu fördern. Die Schaffung des europäischen CAPNETZ stünde also im Einklang mit aktuellen EU-Programmen zur Eindämmung resistenter Erreger und zur Überwachung von Pneumokokkeninfektionen.

Ein weiterer Schritt in Richtung einer europaübergreifenden CAP-Forschung ist die Beteiligung von CAPNETZ an PREPARE, einer Plattform zur Erforschung von Infektionen mit epidemischem Potenzial (Platform foR European Preparedness Against (Re-)emerging Epidemics). PREPARE ist angetreten, die Lücke zwischen Grundlagenforschung und angewandter Gesundheitsversorgung zu schließen. Die konkreten Ziele von PREPARE: eine bessere Früherkennung von Epidemien sowie die Bildung gemeinsamer Ressourcen, die es erlauben, auf neue Bedrohungen adäquat und schnell zu reagieren. Diese Ziele beruhen vor allem auf der Erkenntnis, dass die klinische Forschung in der Vergangenheit oft zu langsam auf schnell auftretende Infektionskrankheiten reagierte und eine länderübergreifende Kooperation nicht in einem ausreichenden Maße erreicht werden konnte. CAPNETZ wird einen wichtigen Beitrag zum Erfolg von PREPARE leisten – durch seine Infrastruktur, seine Studienzentren und seine Erfahrungen im Studienmanagement.